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Das einzige Bild meines Vaters |
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Monica hat nie ihren Vater getroffen. Das einzige was sie weiß ist das er einmal auf einer schwedischen Briefmarke abgebildet gewesen ist und das er Same ist. Wer aber war ihr Vater? Weshalb landete er auf einer Briefmarke. Lebt er noch? Jahrzehnte lang hat sie den Kontakt mit dem Vater unterlassen, aber eines Tages entschließt sie sich ihn zu suchen. Ihre Suche ist eine emotionale Reise die einen beschämenden Teil schwedischer Geschichte beleuchtet. Durch die Suche nach dem Vater lernt sie sich selbst kennen. Ein klassisches Personenportrait.
„Das hier ist das einzige Bild, das ich von meinem Vater habe.” sagt Monica Isaksson. Sie öffnet ihre Hand und zeigt eine alte Briefmarke. Das Bild auf der Postkarte zeigt einen starken, muskulösen Mann, der auf einem Baumstamm balancierend gegen einen Fluss ankämpft. Tausende Male hat sie die Briefmarke angefasst und über ihn gegrübelt. Es ist nicht nur weil sie ihren Vater nie getroffen hat sondern auch weil sie nichts über seine Kultur weiß oder wie er lebt. Jedem Menschen der nichts von seinem Vater weiß fehlt etwas Wichtiges in seinem Leben. Nach jahrelangem Abwiegen entschließt sich Monica die Familie ihres Vaters aufzusuchen. Sie reist nach Nordschweden um die Verwandten ihres Vaters zu treffen. Ihr Vetter Sven nimmt sie mit zu der Kåta ihres alten Großvaters und stellt sie anderen Samen vor. Die Wiederaufnahme des Kontaktes mit ihren Verwandten zwingt sie darüber nachzudenken wer sie wirklich ist. „Bin ich auch Same” fragt sich Monica. Im Takt mit dem Wachsen des Vertrauen der Verwandten zu ihr, beginnen sie ihr die tragische Geschichte der Samen an zu vertrauen. „Es gab Verfolgungen” sagt Sven „Die Zaubertrommeln wurden zusammen gesammelt und verbrannt. Die Samen sollten zu kreisten und Schweden umgewandelt werden.” Lebhaft beschreibt er wie Samen wieder und wieder ins Wasser und unter das Eis gesengt wurden, bis sie nachgaben und ihr Eigentum verbrennen ließen. „Alles ist unter den Teppich gekehrt worden”. Sagt er mit schmerzvoller Stimme. „Sogar heute noch geht die Verfolgung weiter. Wir haben das Land verloren das wir als Winterweideland benutzen” sagt Seth Ivan. „In der Praxis kann der Staat oder die großen Forstkoncerne ein Samendorf kaputt machen durch Prozesse. Wir haben keine Möglichkeit diese Kosten für die rechtlichen Prozesse zu bewältigen.” Schließlich bekommt ihre persönliche Reise einen glücklichen Schluss. Sie erfährt, dass ihr Vater immer noch lebt und es gelingt ihr ihn zu finden. Er wohnt in einem weit abgelegenen Haus ohne fließendes Wasser. Jeden tag holt er das Wasser aus einem Loch im gefrorenen Fluss. „Das kann für euch strapazenreich aussehen aber für mich ist das eine Bagatelle.” erklärt er. „Ihr sitzt im Fernsehsofa, raucht, trinkt Kaffee und esst Kuchen.” Zwei Welten kollidieren miteinander aber es gibt immer noch ein verbindendes Band zwischen ihnen. Die Jugend ihres Vaters war von Plagen und Verfolgungen geprägt. „Die Samen war nicht gut. Man sammelte sie zusammen und schickte sie in ein Kinderheim.” beschreibt er. „Ich was sieben Jahre alt als die mich als Kindersklave verschickten.” Jeden Morgen zwang man ihn früh aufzustehen um vor der Schule zu arbeiten. Seit seiner Kindheit war sein Leben geprägt von harter Arbeit. Als Flößer war er außerordentlich geschickt. Er wurde die Personifizierung des geschickten Arbeiters und wurde deshalb auf einer Briefmarke abgebildet. Für Monica ist die Wiedervereinigung bittersüß. Als sie den Kontakt wieder etabliert, versteht sie all das zu schätzen was ihr verloren war. Sie war nicht nur eines Vaters enthalten gewesen sondern auch einer ganzen Kultur. |
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